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Zusatzqualifikation stärkt die
duale Ausbildung in Sachsen

Fertigungsprozesse im Werkzeug- und Maschinenbau werden komplexer: Höhere Variantenvielfalt, kürzere Entwicklungszyklen und steigende Qualitätsanforderungen. Mitarbeitende sind gefordert, über das klassische Berufsbild hinauszudenken und handeln zu können. Für Unternehmen wird es daher immer wichtiger, digitale Kompetenzen frühzeitig und systematisch in der Ausbildung zu verankern.

Mit der Einführung der Zusatzqualifikation Digitale Fertigungsprozesse (ZQDF) wird ein Ausbildungsangebot geschaffen, das diese Entwicklungen aufgreift. Ab Februar wird die Zusatzqualifikation in Sachsen im Rahmen des Projekts SNgoes.digital erstmalig umgesetzt und gezielt als dauerhaftes, landesweites Angebot aufgebaut. Ziel ist es, digitale Schlüsselkompetenzen bereits in der dualen Berufsausbildung zu verankern und damit langfristig zur Sicherung des Fachkräftebedarfs beizutragen.

Die Umsetzung erfolgt über qualifizierte Berufsschulen, überbetriebliche Bildungszentren sowie zwei Hochschulen und Unternehmen als Praxispartner. Mit dem Start der ZQDF an der Richard-Hartmann-Schule in Chemnitz und am Beruflichen Schulzentrum für Technik August Horch in Zwickau nehmen ab Februar die ersten 36 Auszubildende teil. Insbesondere die interdisziplinäre Zusammensetzung der Klasse mit Auszubildenden der Berufsfelder Elektronik, Mechatronik, KFZ-Mechatronik, Werkzeugmechanik, Zerspanungsmechanik und Industriemechanik verzahnt die Zusammenarbeit in den einzelnen Modulen im besonderen Maße miteinander. 

Jens Steglich, Schulleiter der Richard-Hartmann-Schule, Berufliches Schulzentrum für Technik III ist überzeugt„Mit der Zusatzqualifikation Digitale Fertigungsprozesse setzt die Richard-Hartmann-Schule als BSZ für Technik ein klares Zeichen für eine moderne, praxisnahe und gerätegestützte Ausbildung. Wir möchten unsere Auszubildenden befähigen, digitale Technologien sicher anzuwenden, Prozesse zu verstehen und Innovationen aktiv mitzugestalten, damit sie den Wandel der Arbeitswelt kompetent und selbstbewusst begleiten können.“

Start der ZQDF an der Richard Hartmann Schule in Chemnitz

Digitale Kompetenzen als fester Bestandteil der Ausbildung

Start der ZQDF am BSZ August Horch in Zwickau

Die Zusatzqualifikation richtet sich an ambitionierte Auszubildende gewerblich technischer Berufe ab dem zweiten Ausbildungsjahr. In rund 220 Unterrichtsstunden werden zentrale Inhalte der Industrie 4.0 vermittelt. Dazu gehören unter anderem digitale Prozessketten, vernetzte Fertigung sowie Künstliche Intelligenz in der Fertigung.

Der modulare Aufbau der Zusatzqualifikation ermöglicht eine enge Verbindung von Theorie und Praxis. Neben fachlichen Inhalten werden gezielt überfachliche Kompetenzen wie selbstorganisiertes Lernen, methodisches Arbeiten und lösungsorientiertes Denken gefördert. Diese Fähigkeiten sind entscheidend, um den wachsenden Anforderungen in digitalisierten Produktionsumgebungen gerecht zu werden.

Strategischer Nutzen für Unternehmen

Für Unternehmen bietet die Zusatzqualifikation einen klaren Mehrwert. Sie stärkt die Attraktivität der Ausbildung und unterstützt die Gewinnung und Bindung leistungsbereiter Auszubildender. Gleichzeitig positionieren sich Betriebe als moderne Arbeitgeber, die aktiv in den Kompetenzaufbau ihrer zukünftigen Fachkräfte investieren.

Das erworbene Wissen fließt direkt in die Unternehmen zurück und unterstützt die Digitalisierung betrieblicher Prozesse. Da die Umsetzung über qualifizierte Bildungspartner erfolgt, eröffnet dies gerade auch für kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit, digitales Know-how aufzubauen, ohne eigene zusätzliche Schulungsstrukturen schaffen zu müssen.

 

Standorte für nachhaltige Qualifizierung

Der Freistaat verfügt über eine starke industrielle Basis im Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbau. Mit der Einführung der Zusatzqualifikation Digitale Fertigungsprozesse setzt Sachsen ein klares Signal für eine zukunftsorientierte Fachkräfteentwicklung in der Branche. Die Qualifikation verbindet moderne Ausbildung mit den Anforderungen einer digitalisierten Industrie und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Maschinen- und Anlagenbaus im Freistaat. Damit wird Sachsen das zweite Bundesland nach Nordrhein-Westfalen, welches die ZQDF anbietet.

 

 Weitere Informationen zur Zusatzqualifikation Digitale Fertigungsprozesse

Auszubildende – sachsengoes.digital

 

 

Ihre Ansprechpartnerin in der Nachwuchsstiftung Maschinenbau 

Julia Berger
0371 28098475 
julia.berger@nws-mb.de 

Das Projekt wird kofinanziert von der Europäischen Union und mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.